Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein wichtiges digitales Werkzeug, das dir als Angehörige*r in der häuslichen Pflege helfen kann. Sie bündelt alle wichtigen Gesundheitsdaten an einem Ort und ermöglicht dir und den behandelnden Ärzt*innen einen schnellen Überblick. Damit du die ePA sicher und effektiv nutzen kannst, erklären wir dir die wichtigsten Regeln und geben praktische Tipps für den Alltag.
Was ist die elektronische Patientenakte (ePA)?
Die ePA ist eine digitale Akte, die medizinische Daten und Dokumente zentral speichert. Du kannst sie über eine App oder das Online-Portal deiner Krankenkasse einsehen und verwalten. Das Ziel ist, die Kommunikation zwischen Patient*innen, Angehörigen und medizinischem Personal zu verbessern.
Wichtig ist: Du hast jederzeit die Kontrolle über deine Daten und entscheidest, wer sie sehen darf. Die Nutzung ist freiwillig, aber gerade in der Pflege zu Hause kann die ePA den Alltag erleichtern.
- Enthält Befunde, Arztbriefe, Medikationspläne und Impfstatus
- Zugriff über Smartphone, Tablet oder PC
- Datenschutz und Datensicherheit sind gesetzlich geregelt
- Du bestimmst, welche Personen Zugriff erhalten
- Kann je nach Krankenkasse leicht unterschiedliche Funktionen bieten
Rechtliche Grundlagen und Datenschutz
Die ePA unterliegt strengen Datenschutzregeln gemäß der DSGVO und dem Sozialgesetzbuch V. Deine persönlichen Gesundheitsdaten sind besonders geschützt. Du hast das Recht, Einsicht in deine Akte zu nehmen und den Zugriff zu steuern.
Die Krankenkassen sind verpflichtet, dir die ePA anzubieten und für den Schutz der Daten zu sorgen. Auch der Medizinische Dienst kann bei Bedarf Einsicht nehmen, allerdings nur mit deiner Zustimmung.
- Datenschutz nach DSGVO und Sozialgesetzbuch V
- Freie Entscheidung zur Nutzung der ePA
- Zugriffsrechte kannst du jederzeit anpassen oder entziehen
- Krankenkassen gewährleisten technische und organisatorische Sicherheit
- Keine Weitergabe ohne ausdrückliche Zustimmung
Wie du die ePA im Pflegealltag nutzt
Die ePA kann dir helfen, den Überblick über alle wichtigen Gesundheitsinformationen deiner pflegebedürftigen Angehörigen zu behalten. So kannst du Arzttermine besser vorbereiten und Medikationspläne im Blick behalten.
Praktisch ist auch, dass du Dokumente wie Pflegeberichte oder Verordnungen direkt hochladen und teilen kannst. So sind alle Beteiligten immer auf dem gleichen Stand.
- Arztbriefe digital speichern und abrufen
- Medikamentenpläne aktuell halten
- Pflegeberichte und Verordnungen hochladen
- Zugang für Ärzt*innen und Pflegedienste freigeben
- Wichtige Termine und Fristen notieren
Technische Voraussetzungen und Zugangswege
Um die ePA zu nutzen, benötigst du ein Smartphone oder einen Computer mit Internetzugang. Die meisten Krankenkassen bieten eigene Apps oder Webportale an, über die du dich registrierst und einloggst.
Die Anmeldung erfolgt in der Regel mit der Versichertennummer und einer sicheren Authentifizierung (z. B. per PIN). Es gibt auch die Möglichkeit, die ePA direkt in der Arztpraxis oder Apotheke einzurichten.
- Smartphone oder PC mit Internetzugang
- App oder Webportal der Krankenkasse
- Anmeldung mit Versichertennummer und PIN
- Hilfe bei Einrichtung in Arztpraxis oder Apotheke
- Regelmäßige Updates der App für Sicherheit
| Kriterium | Option A | Option B |
|---|---|---|
| Zugangsweg | App der Krankenkasse | Online-Portal |
| Authentifizierung | PIN-Eingabe | Biometrische Daten (optional) |
| Support | Telefonischer Kundendienst | Persönliche Beratung vor Ort |
Besonderheiten bei der Pflege zu Hause
Wenn du zu Hause pflegst, kann die ePA dir viel Organisation abnehmen. Du kannst wichtige Dokumente schnell finden und mit Pflegekräften oder Ärzt*innen teilen. So vermeidest du Informationslücken und Missverständnisse.
Außerdem unterstützt die ePA dich dabei, die vielen Termine und Verordnungen besser zu koordinieren – das spart Zeit und Nerven.
- Schneller Zugriff auf Gesundheitsdaten rund um die Uhr
- Einfaches Teilen von Dokumenten mit Pflegedienst und Ärzten
- Übersicht über Medikamentenpläne und Therapieänderungen
- Hilfreich bei der Beantragung von Leistungen bei der Pflegekasse
- Kann je nach Bundesland unterschiedliche Zusatzfunktionen haben
Tipps für den sicheren Umgang mit der ePA
Datenschutz ist bei der ePA besonders wichtig. Achte darauf, Passwörter und PINs sicher aufzubewahren und den Zugriff nur vertrauenswürdigen Personen zu erlauben. Regelmäßige Updates der App helfen, Sicherheitslücken zu schließen.
Im Zweifel kannst du bei der Krankenkasse oder Verbraucherzentrale nachfragen, wenn du unsicher bist, wie du deine Daten schützen kannst. Auch der Medizinische Dienst kann dich unterstützen, wenn du Fragen hast.
- Starke Passwörter und PINs verwenden
- Zugriffsrechte regelmäßig überprüfen
- Apps immer aktuell halten
- Keine Daten an Dritte weitergeben ohne Erlaubnis
- Bei Unsicherheiten professionelle Hilfe suchen
Fragen & Antworten
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Frage: Wer darf meine ePA einsehen?
Antwort: Du entscheidest, wer Zugang zu deiner ePA hat. Das können Ärzt*innen, Pflegedienste oder Angehörige sein, denen du explizit die Erlaubnis gibst.
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Frage: Ist die Nutzung der ePA verpflichtend?
Antwort: Nein, die Nutzung ist freiwillig. Du kannst jederzeit entscheiden, ob du die ePA nutzen möchtest oder nicht.
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Frage: Wie sicher sind meine Daten in der ePA?
Antwort: Die ePA unterliegt hohen Datenschutzstandards nach DSGVO. Krankenkassen sind verpflichtet, deine Daten technisch und organisatorisch zu schützen.
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Frage: Kann ich die ePA auch für meine pflegebedürftigen Angehörigen verwalten?
Antwort: Ja, mit deren Einwilligung kannst du als Bevollmächtigte*r oder gesetzliche*r Vertreter*in die ePA verwalten und nutzen.
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Frage: Was mache ich, wenn ich technische Probleme mit der ePA habe?
Antwort: Wende dich an den Kundendienst deiner Krankenkasse oder nutze die Hilfsangebote in Arztpraxen und Apotheken für Unterstützung.
Die elektronische Patientenakte kann dir als pflegende Angehörige*r viel Arbeit abnehmen und für mehr Sicherheit im Alltag sorgen. Nutze die Möglichkeiten, die sie dir bietet, und behalte die Kontrolle über deine Daten.
Bundesministerium für Gesundheit – Elektronische Patientenakte,
GKV-Spitzenverband – Informationen zur ePA,
Medizinischer Dienst – Pflege und ePA,
Gesetze im Internet – Sozialgesetzbuch V,
Verbraucherzentrale – Datenschutz und ePA,
Pflege.Bayern.de – Pflege zu Hause
Mechthild Brunner, 68, examinierte Altenpflegerin i. R. – Jahrzehnte ambulant & stationär unterwegs, Demenz-WGs und Palliativbegleitung aus der Praxis. Hier teile ich alltagstaugliches Wissen für Pflege zu Hause: klar, menschlich, machbar.

